Besonders niederträchtiger Mord – Höchststrafe

Höchststrafe für den Mörder des elfjährigen Tobias: Das Landgericht Stuttgart verhängte eine lebenslange Freiheitsstrafe mit anschließender Sicherungsverwahrung gegen den 48 Jahre alten Angeklagten. Die Kammer verurteilte ihn wegen Mordes sowie versuchter besonders schwerer sexueller Nötigung. Zudem wurde die besondere Schwere der Schuld festgestellt, wodurch eine vorzeitige Entlassung ausgeschlossen ist. Der Angeklagte hatte die Tat zum Auftakt des Prozesses gestanden.

Tobias wurde vor rund elfeinhalb Jahren zum Opfer einer nicht geplanten Straftat. Der Angeklagte hatte nach Auffassung des Gerichts den Jungen an einem Fischweiher in Weil im Schönbuch (Landkreis Böblingen) unter einem Vorwand hinter eine Hütte gelockt, ihn dort mit einem Messer bedroht und ihn aufgefordert, seine Hose herunter zu ziehen. Als der Junge anfing zu schreien, stach der Mann insgesamt 38 Mal auf ihn ein. Der Elfjährige verblutete. Anschließend verstümmelte der Täter das tote Kind im Genitalbereich.

Täter ist voll schuldfähig
Das Gericht wies den Verurteilten überraschenderweise nicht in eine psychiatrische Klinik ein. Sowohl Staatsanwaltschaft als auch Verteidigung hatten in ihren Plädoyers eine solche Unterbringung gefordert und dies mit der schweren Störung im Sexualverhalten des Mannes begründet. Auch der Angeklagte hatte gehofft, in eine Psychiatrie eingewiesen zu werden.

Die Vorsitzende Richterin Regina Rieker-Müller sagte, dies sei “rechtlich nicht möglich”, weil der 48-Jährige bei seinen Taten nicht seinem sadomasochistischen Trieb gefolgt und damit voll schuldfähig gewesen sei. Bei der sexuellen Nötigung habe er seine pädophile Neigung ausgelebt, und den Mord habe er begangen, um seine vorherige Tat zu verdecken. Das Quälen des Jungen habe er nicht von Anfang an geplant.

Rieker-Müller sagte: “Natürlich ist der Angeklagte krank.” Er leide selbst unter seinen Sexualvorlieben, Emotionslosigkeit und seinem gestörten Beziehungsverhalten. Der Mann könne jedoch auch im Gefängnis behandelt werden. Der 48-Jährige hatte gedroht, sich umzubringen, wenn er nicht in eine psychiatrische Klinik eingewiesen wird. Er fürchtet, sich selbst tödlich zu verletzen, wenn er sich in seinem Genitalbereich verstümmelt, was eine seiner Sexualpraktiken ist.

Mehrere Jahre nach dem Mord hatte sich der Sexualstraftäter um eine Behandlung bemüht, wurde jedoch von drei Ärzten weiter verwiesen. Zum empfohlenen Psychologen nahm er keinen Kontakt auf, weil er sich von den Ärzten nicht ernst genommen fühlte.

Die Vorsitzende Richterin begründete die besondere Schwere der Schuld damit, dass der Verurteilte nicht nur zur Verdeckung der vorangegangenen Straftat, sondern auch heimtückisch gemordet habe. Das arglose Kind sei ihm “schutzlos ausgeliefert” gewesen.

Die Sicherungsverwahrung sei notwendig, um weitere Straftaten zu verhindern. Der Mann sei weiterhin gefährlich.

Quelle: e110

Wiener Schüler in steirischen Spitälern – Luftmangel Auslöser

Kein Alkohol im Spiel – Laut Behörden zu wenig Sauerstoff beim abschließenden “Abtanzen” nach einem anstrengendem Tag

Wien – Zu einem Großeinsatz hat in der Nacht auf Freitag das Rote Kreuz Steiermark im Bezirk Weiz ausrücken müssen. In Fladnitz an der Teichalm mussten acht Jugendliche zwischen elf und zwölf Jahren, die dort eine Schullandwoche verbrachten, mit schweren Symptomen bis hin zur Bewusstlosigkeit in Spitäler gebracht werden, bestätigte das Rote Kreuz einen Bericht des ORF-Radiosenders Ö3.

Zu wenig Sauerstoff beim “Abtanzen”

Entwarnung gab es am Freitagnachmittag: Auslöser der Beschwerden war laut Sicherheitsdirektion Steiermark offenbar eine Kombination aus einem anstrengenden Ausflugstag, Flüssigkeitsmangel und zu wenig Sauerstoff beim “Abtanzen” in der Abschlussdisco der Projektwoche in Schrems auf der Teichalm. Alle Schüler sind laut Behörden mittlerweile wieder aus den Spitälern entlassen worden.

Erste Meldungen über eine Lebensmittelvergiftung erwiesen sich als völlig haltlos: Der Wirt der Pension der Schülergruppe, Erich Elmer, sagte gegenüber der APA: “Wenn das der Fall gewesen wäre, hätten alle anderen 128 Pensionsgäste und ich selbst auch etwas spüren müssen.” Auch die Lebensmittelaufsicht des Landes habe ihm eine tadellose Küchenführung bescheinigt. Elmer hatte zu Mittag bereits auf die richtige Ursache des Zustandes der Kinder getippt: “Unsere jungen Gäste waren den ganzen Tag bei strahlendem Sonnenschein unterwegs, vielleicht haben sie zu wenig getrunken und dann eben das Tanzen in der Disco, das war vielleicht zu anstrengend.”

Alkohol oder andere Substanzen seien nicht im Spiel gewesen

Eine Untersuchung der in der Unterkunft in Schrems im Bezirk Weiz sichergestellten Pappbecher hatte laut Polizei ebenfalls nichts ergeben, es seien definitiv kein Alkohol oder andere Substanzen im Spiel gewesen. Die Auswertung der Befragung der Jugendlichen und die medizinischen Untersuchungen hatte ergeben, dass alle Körperwerte auf Sauerstoffmangel – wohl auch hervorgerufen durch heftiges Abtanzen in einem kleinen, nicht so gut belüfteten Raum – hingewiesen hätten. Den acht Schülern sei es nach Verabreichung von Infusionen auch wieder bessergegangen. Alle konnten mittlerweile in die Obhut ihrer Eltern übergeben werden, Freitag wäre ohnehin der Abreisetag für die Gruppe aus 55 Schülern und fünf Lehrern einer Kooperativen Mittelschule aus dem Wiener Bezirk Rudolfsheim-Fünfhaus  gewesen.

Quelle: Der Standard & (APA, 11.5.2012)

15-jährige Grazerin vergewaltigt – Verdächtiger in Gewahrsam

44-jähriger Verdächtiger dürfte Behörden kein Unbekannter sein – Kontakt zu junger Frau über Internet angebahnt

Graz – Eine 15-jährige Grazerin ist in der Nacht auf Donnerstag Opfer eines Vergewaltigers geworden, der die Tat offenbar gut vorbereitet hatte. Er hatte das Mädchen über ein Internet-Inserat kontaktiert, indem er vorgegeben hatte, er suche einen Babysitter für sein Kind, so die Behörden am Freitag. Die Jugendliche hatte mit Einverständnis ihrer Mutter den Mann Mittwochabend getroffen und war zu ihm ins Auto gestiegen, worauf der 44-jährige deutsche Staatsangehörige mit ihr nach Slowenien fuhr und ihr sexuelle Gewalt antat. Bei der Rückkehr in die Steiermark baute der Mann Donnerstag früh einen Unfall, wobei die Grazerin verletzt wurde. Der Verdächtige wurde wenig später verhaftet, seine Einvernahme dauerte am Freitag noch an.

Verdächtiger suchte über Internet nach Babysitterin

Das Mädchen war bereits am Mittwoch in eine offenbar von dem Mann raffiniert aufgebaute Falle gegangen: Er hatte über eine Internetplattform eine Babysitterin gesucht, die 15-Jährige hatte geantwortet und auch ihre Mutter von ihrem Vorhaben informiert. Mit dem Deutschen – der sich laut dem Sprecher der Staatsanwaltschaft, Hansjörg Bacher, in Graz gut auskennt und auch hier gelebt haben dürfte – wurde ein Treffpunkt vereinbart: bei der Tram-Endstation in der Krenngasse. Dort war die junge Frau dann am Mittwoch gegen 20.30 Uhr offenbar zu dem Mann in den Wagen gestiegen. Es sei noch nicht klar, so Bacher, ob bei der Tat ein Vorsatz geherrscht habe. Einige Umstände sind merkwürdig: So hatte der Mann seine richtige Telefonnummer verwendet und auch seinen echten Namen angegeben. Ob der Mann tatsächlich ein Kind hat, müsse noch abgeklärt werden, es dürfte aber so gut wie sicher sein.

Der Verdächtige bedrohte die 15-Jährige mit einer Schusswaffe

Das Mädchen hatte zunächst noch mit seiner Mutter per SMS Kontakt gehalten, als dann aber die Mutter ihre Tochter anrief, hob der Mann ab – im Hintergrund war das Weinen des Mädchens zu hören. Dann wurde das Gespräch unterbrochen, worauf die Mutter die Polizei alarmierte. Der Verdächtige schaltete das Mobiltelefon dann aus, wodurch sich eine versuchte Peilung durch die Polizei schwierig gestaltete. Dann fuhr er mit seinem Opfer nach Slowenien, wo er dem Mädchen sexuelle Gewalt antat und er ihm dabei mit einer Schusswaffe drohte, die sich später als Schreckschusspistole herausstellte.

In weiterer Folge fuhr der 44-Jährige – der in Deutschland einschlägig amtsbekannt sein soll, wie zu erfahren war – mit dem Mädchen in Richtung Obersteiermark, wo er am Donnerstag gegen 5.45 Uhr im Rayon der Autobahnpolizei Trieben bei Wald am Schoberpass einen Unfall verursachte, bei dem das Mädchen verletzt wurde. Der mutmaßliche Vergewaltiger konnte vorerst flüchten, das Mädchen wurde zur Behandlung ins Krankenhaus Kalwang gebracht. Das Mädchen, das völlig durcheinander gewesen sein soll, konnte einem Arzt ihr Schicksal schildern, dieser alarmierte sofort die Polizei. Der Verdächtige wurde in der Nähe des Unfallortes festgenommen. Er wurde am Freitagnachmittag von Ermittlern des Landeskriminalamtes einvernommen. Der Bericht soll der Staatsanwaltschaft in der Nacht oder Samstag früh vorliegen.

Quelle: Der Standard & (APA, 11.5.2012)